Will the re(al)public please stand up?

Der erste digitale Präsident macht ernst und bittet um Fragen seiner Bürger zur Lage der Wirtschaft. Das ist ein Paradebeispiel für den Nutzen des Internets, denn endlich erkennt ein Machtinhaber, dass es die Interaktivität des Netzes ist, die seinen großen Vorteil gegenüber klassischen Massenmedien ausmacht. Hatte Alexis de Tocqueville in De la démocratie en Amérique (1835) noch Befürchtungen hinsichtlich einer Tyrannei der Mehrheit  gehegt, so macht Obama daraus eine Tugend. Sein Angebot wird offensichtlich dankbar angenommen: Bislang haben 18 406 Leute 21 322 Fragen eingesandt, von denen der Präsident einige am Donnerstag live im Netz beantworten wird. Dagegen sieht der Video-Podcast unserer Kanzlerin irgendwie etwas alt aus…  Was meint Ihr zu Obamas medialem Experiment?

2 Gedanken zu „Will the re(al)public please stand up?

  • 5. April 2009 um 10:40
    Permalink

    Demokratie = Regierung des Volkes
    Das scheint von vielen Politikern ( auch in Europa ) gern vernachlässigt zu werden, was wiederum zur Politikverdrossenheit und immer geringerer Wahlbeteiligung führt. Ich befürchte, es besteht sogar die Gefahr daß sich die Politik vom „wirklichen Leben“ immer weiter abgrenzt – ähnlich den Adelsstrukturen vergangener Jahrhunderte.
    Die Nutzung des Internets, wie Obama es vormacht, ist da ein echter Lichtblick und unbedingt nachahmenswert!

  • 26. April 2009 um 12:58
    Permalink

    Lieber Guido Wagenfeld, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich denke, Du bringst es auf den Punkt. Politiker sollten nicht vergessen in wessen Auftrag sie ihre Arbeit verrichten. Was die Nutzung des Internets angeht, so ist es sicher eine erfreuliche Entwicklung, dass die Einbindung des Bürgers in die politische Entscheidungsfindung über den Urnengang hinausgeht.

Schreibe einen Kommentar