Obama: The Great Emancipator II?

Am 12.02.2009, also gut drei Wochen nach der Amtseinführung von Barack Obama, wird der 200. Geburtstag eines Mannes gefeiert, der einen großen Einfluss auf den 44. Präsidenten hatte. Die Rede ist von Abraham Lincoln (1809-1865), der es aus einer Blockhütte in Hodgenville, Kentucky zum Befreier der Sklaven geschafft hatte. Im Folgenden eine Liste von Ähnlichkeiten und Parallelen zwischen den beiden Präsidenten:

  • Obama wird am Lincoln Memorial in Washington ein Konzert besuchen, das live im Fernsehen übertragen wird. 1922, als das Denkmal eingeweiht wurde, durfte selbst Robert Moton, Präsident des Tuskegee Institute, nicht am Rednerpult sprechen, sondern in einer speziell für Afroamerikaner eingerichteten Zone. Die knapp sechs Meter hohe Marmorstatue von Lincoln war bereits 1939 Ort eines historischen Ereignisses: Die afroamerikanische Sängerin Marian Anderson durfte dort auftreten, nachdem ihr dies in der DAR Constitution Hall verwehrt worden war. Vierundzwanzig Jahre später hielt Martin Luther King, Jr. dort vor 200.000 Menschen seine berühmte „I Have a Dream“-Rede.
  • Barack Obama wird als erster US-Präsident seinen Amtseid auf derselben Bibel schwören, die auch schon Lincoln zu diesem Zweck benutzt hatte.
  • Der 44. Präsident wird ein Amtseinführungsmittagessen besuchen, an dem die Lieblingsspeisen von Honest Abe serviert werden.
  • Im Old State Capitol von Springfield, Illinois hatte Lincoln seine berühmte „A House divided“-Rede gehalten. 149 Jahre später verkündete Obama an derselben Stelle seine Präsidentschaftskandidatur.
  • Barack Obama zitierte eine Wendung aus dem letzten Satz von Lincolns ‚Gettysburg Address‘ (1863), „a new birth of freedom“, und machte diese Worte später zum Motto seiner Amtseinführung.
  • Auch in seiner Siegesrede in Chicago nahm er dreimal direkt Bezug zum ‚Rail-Splitter‘.
  • Neben der Bibel ist die Biografie von Doris Kearns Goodwin, Team of Rivals: The Political Genius of Abraham Lincoln (2005), für Obama das wichtigste Buch in seinem neuen Büro.
  • Auf die Frage, wie er sich auf sein neues Amt vorbereite, antwortete Obama, dass er viel Zeit damit verbringe, Lincoln zu lesen. Vor allem dessen Weisheit und Bescheidenheit inspirierten ihn.

Es gibt in der amerikanischen Geschichte wohl kein besseres Vorbild für Obama als den Anwalt aus einfachsten Verhältnissen, der durch sein Wesen und seine Politik für viele Amerikaner zu den besten Präsidenten zählt, die jemals an der Spitze der USA standen.  Es bleibt nur zu hoffen, dass ihn aufgrund seiner Herkunft, Ansichten und Entscheidungen nicht das gleiche Schicksal ereilt wie Honest Abe an Karfreitag 1865.

Quellen:

Britannica Online Encyclopedia.

Dorning, Mike: „Barack Obama channels Lincoln, down to the pre-inaugural train trip“ (Chicago Tribune, 17.01.2009).

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