Treulose Wahlmänner

Am gestrigen Montag wählte das Electoral College (Wahlmännerkollegium) den 44. Präsidenten der USA.

Bei der Wahl des US-Präsidenten handelt es sich um eine indirekte Wahl in zwei Schritten. Der erste Schritt war die sogenannte Volkswahl am 4. November, wo 52,9% der US-Wähler für Obama und 45,7% für McCain gestimmt hatten. In diesem ersten Schritt wird aber nicht der Präsident oder seine Partei gewählt, sondern Wahlmänner. Die 50 Bundesstaaten und der District Columbia entsenden Wahlmänner in das Electoral College, wobei alle Wahlmänner dem Kandidaten mit den meisten Stimmen im jeweiligen Staat zufallen (Mehrheitswahlrecht). Deswegen konnte Obama 365 (67,8%) der insgesamt 538 Wahlmänner stellen, für einen Sieg sind 270 Wahlmännerstimmen nötig.

Die Wahlmänner haben gestern den Präsidenten gewählt, das Ergebnis wird aber erst am 6. Januar ausgezählt und verkündet. Theoretisch können die Wahlmänner auch für einen anderen Kandidaten stimmen als den, der die Wahl in ihrem Bundesstaat gewonnnen hat. In 24 Bundesstaaten gibt es aber Gesetze, die die Bestrafung solcher faithless electors vorsehen, obwohl nur Michigan verlangt, dass deren Wahlstimmen als ungültig angesehen werden. In der Geschichte der USA gab es bisher insgesamt 158 faithless electors, deren abweichende Stimmen aber noch nie den Ausgang einer Volkswahl verändert haben.

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