Der Philosoph Bernard-Henri Lévy über Barack Obama

Ich bin heute auf das Buch American Vertigo: Auf der Suche nach der Seele Amerikas (2007) von Bernard-Henri Lévy gestoßen. Hierin beschreibt der französische Philosoph seine Eindrücke, die er auf einer Recherchereise in den Jahren 2004 und 2005 in den USA sammelte. In Kapitel 2 im Abschnitt „Ein schwarzer Clinton?“ berichtet Lévy von seiner Begegnung mit Barack Obama. Ich möchte im Folgenden einen Auszug daraus wiedergeben:

„Ich betrachte Obama. Mit den Gesten eines großartigen gemischtrassigen Schelms, der zugleich King of America ist. Mir fällt der Artikel ein, in dem ich las, dass Barack auf Suaheli ‚gesegnet‘ bedeutet. Und in dieser Distanz zu allen Gruppen, die er sich auferlegt, spüre ich, was immer er dazu sagen mag, dass viel auf dem Spiel steht. Hat er als erster Farbiger begriffen, dass er nicht auf Schuldgefühle setzen darf, sondern verführen muss? Ist er der Erste, der kein Vorwurf an Amerika sein will, sondern sein Versprechen? Wird mit ihm der schwarze Krieger zum schwarzen Garanten von Sicherheit und Einheit? Ist er ein künftiger farbiger Präsident? Wird er eines Tages mit Hillary an einem Strang ziehen? Oder ist es der Anfang vom Ende identitätsbezogener Ideologien?“

Quelle: Lévy, Bernard-Henri (2007): American Vertigo: Auf der Suche nach der Seele Amerikas. Frankfurt am Main: Campus Verlag GmbH (S. 64).

Was ist Eure Meinung zu Lévys Einschätzung aus den Jahren 2004/2005?



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