Obama fragt nach

Gestern (13.11.08) veröffentlichte die NYT den siebenseitigen Fragebogen, dem sich die zukünftigen Mitarbeiter Obamas unterziehen müssen.

Künftige Mitarbeiter müssen tief in ihrem Gedächtnis nachforschen.

Haben Sie jemals eine elektronische Nachricht (z.B. E-Mail, SMS, etc.) verschickt, die einen möglichen Interessenkonflikt darstellen oder Sie, Ihre Familie oder den gewählten Präsidenten in eine peinliche Lage bringen könnte. Beschreiben Sie diese bitte?“ (Frage Nr.13)

Nun, „gerechtfertigt“ sagen die einen „übertrieben“ die anderen, und Sie?

4 Gedanken zu „Obama fragt nach

  • 27. November 2008 um 13:34
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    Ich fand es zuerst etwas übertrieben, kann jedoch jetzt die Position der Obama-Regierung verstehen. Es scheint sich dabei nicht um ein Streben nach gläsernen Angestellten zu handeln, sondern vielmehr um eine Vorsichtsmaßnahme vor bösen Überraschungen in der Zukunft. Nachdem in der Vergangenheit deutlich wurde, dass jede Kleinigkeit, und sei sie noch so lange her, von politischen Gegnern ausgegraben wird, habe ich nun doch Verständnis dafür, dass man für solche Situationen gewappnet sein möchte.

  • 1. Dezember 2008 um 22:23
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    Ich fand noch viel erstaunlicher, dass zu ihm und seinen näheren Mitarbeitern im Wahlkampf nichts ausgegraben wurde, was ihm wirklich geschadet hätte. Entweder gutes Medien-Management – oder tatsächlich eine weiße Weste?
    Das Problem an dieser Frage ist eher, dass man – wenn es etwas gibt – wahrscheinlich gar nicht aktiv kommt, weil man vermutlich vor sich selbst verharmlost, was sich leicht aufblasen lässt.
    DIe Position kann ich gut verstehen, wie Daniel es beschreibt. Ich bezweifele aber, dass es sachdienlich ist.
    Ich frage mich, was mit den Informationen angefangen wird. Wie schlimm muss das Vergehen sein, damit es Folgen für ein Arbeitsverhältnis hat? Oder geht es nur darum, dass man sich auf Überraschungen einstellen möchte?

  • 5. Dezember 2008 um 11:07
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    „Das Problem an dieser Frage ist eher, dass man – wenn es etwas gibt – wahrscheinlich gar nicht aktiv kommt, weil man vermutlich vor sich selbst verharmlost, was sich leicht aufblasen lässt.“

    @Jenny: Du hast genau den Punkt getroffen, wie ich finde. Dazu kommt dann noch, dass man nicht nur in seinem Gedächtnis danach sucht, ob man je etwas „negatives“ über Barack Obama geäußert hat, sondern auch, ob zunächst neutrale Aussagen, wenn sie dann aus dem Kontext genommen werden, einem später zum Verhängnis gemacht werden könnten.
    Aufgrund dessen denke ich, dass der Fragebogen in erster Linie dazu dient, um gewappnet zu sein und gegebenenfalls auch abgesichert zu sein, wenn bei einem Mitarbeiter eventuell Geschichten/Skandale ausgegraben werden, die dann auch ein schlechtes Licht auf den künftigen Präsidenten werfen würden. So könnte man sich von der jeweiligen Person distanzieren.
    Was mich allerdings auch gewundert hat, ist dass es in der Öffentlichkeit keine größeren Aufregungen bezüglich dieses Fragebogens gab. Wahrscheinlich lag das am Zeitpunkt der Veröffentlichung des Fragebogen – die Euphorie setzte sich gegen die Empörung durch.

  • 5. Dezember 2008 um 19:29
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    … und einen Job kann man in den USA ja gerade gut gebrauchen… wer würde sich da selbst diskreditieren?

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