„Ich sehe Menschen“

Nach dem Auftritt Auma Obamas vom 24.11.2008 bei Beckmann, hallt vor allem ein Satz immer wieder in meinem Gedächtnis nach. Auf die Frage Beckmanns wie sie damals die rassistischen Anschläge von Lübeck, Mölln und Solingen aufnahm und ihnen entgegengetreten ist, antwortete Auma Obama: „Ich hab‘ es nie als Deutschland gesehen, sondern ich hab‘ mit Menschen zu tun gehabt und manche waren gut und manche nicht.“ Weshalb hat sich diese Aussage nun derart verfestigt? Schließlich ist es doch klar, dass wir alle Menschen sind, alle gleich sind; Wir, die wir im 21. Jhd. leben, die Geschichte kennen, wissen ja, dass Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht oder soziale Herkunft keine Aussage über die Wertigkeit des Menschen gibt.

Und zwar wissen wir das so gut, dass wir uns gar nicht mehr damit beschäftigen und es auch nicht für nötig halten. Das Bewusstsein darüber, dass wir eins sind, ist in unserem alltäglichen Leben, vor lauter Selbstverständlichkeit, derart in den Hintergrund gerutscht, dass unser Verhalten vielmehr den Anschein erweckt, dass das Gegenteil der Fall wäre.

Auma Obama hat mit ihrem Statement keine Neuigkeit bekundet, sondern den Kern, ja die Essenz unserer menschlichen Existenz zum Ausdruck gebracht.

Der US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster sagte vor der Wahl in einem Spiegel Online Interview: „(…) es geht nur darum, dass er schwarz ist. Das ist die alles entscheidende Frage. Das ist der Elefant mitten im Raum, über den niemand sprechen will.“

Auma Obama sagte auch, Barack kann den Wandel nicht alleine hervorbringen, alle müssen mitmachen. Wir sollten also nicht nur auf dieser Welle mitreiten und denken, dass jetzt mit der Wahl Barack Obamas das Ziel bereits erreicht wurde. Vielmehr sollte es als der Anfang von etwas gesehen werden, indem jeder einzelne von der passiven in die aktive Rolle wechselt und seine eigenen Möglichkeiten erkennt.

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