Senkung der Arbeitslosigkeit durch große Bauvorhaben als Wahlkampthema in Florida

Heute setzte sich Obama auf einer Wahlveranstaltung in Florida, deren jeder fünfte Einwohner hispanischer Herkunft ist, dafür ein, die eine Hälfte des Geldes, die man nicht mehr für den Krieg ausgibt dazu zu verwenden, das Landesdefizit abzubauen und mit der anderen Hälfte dafür zu sorgen, dass die Leute wieder Arbeit finden, in dem man Straßen, Brücken und Landepisten in Ordnung bringt, sowie wlan-Netze ausbaut. Kurz zuvor vermeldete auch das Weiße Haus großangelegte Investionen in die Infrastruktur in Jacksonville und Miami (Florida), in Savannah (Georgia), in New York, New Jersey und Charleston (South Carolina) um das Wirtschaftswachstum in Florida anzukurbeln. Die Arbeitslosigkeit in den USA liegt bei 8,2%, bei den Hispanos 11%. Hindernisse, die es beim Wohnungsbau, Bildung oder Schulden gibt, sind nach Obama nicht technischer Natur, sondern rein politische Schachzüge. Obama erwähnte auch, dass die Pläne der Gegner die gleichen sein, als er noch kein Präsident war: Steuersenkung für Reiche, Bankenregulierungsmaßnahmen abschaffen, Investitionskürzungen bei Bildung und Forschung, mit der Hoffnung, dass es irgendwie mehr Arbeitsplätze und Wohlergehen schafft. Obama hält dagegen:

Wir glauben nicht daran. Das ist nicht das, was die Mehrheit der US-Bürger glaubt.

Er wies auch darauf hin, dass der “amerikanischer Traum” mehr denn je in Gefahr sei. Bürgerliche Familien sehen wie ihre Löhne weniger Wert seien, während Washington Billionen für zwei Kriege ausgebe.

In diesem Sinne hat er erinnert, dass als er den Präsidentenposten angenommen hat, bereits darauf hinwies, dass es mehr als eine Legislatur oder gar mehr als einen Präsidenten bedarf, um in den USA den amerikanischen Traum wieder aufleben zu lassen. Obama lässt sich nicht auch durch die Finanz- und Wirtschaftskrise entmutigen um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Nach den neusten Umfragen, steht es in Florida zwischen dem demokratischen und dem republikanischen Kandidaten unentschieden. USA-weit kann Obama mit 70% der Hispano-Stimmen rechnen.

“Ich garantiere euch, dass ich gewinne” oder als Obama noch ausgelacht wurde

Dass in den USA ein Wahlsieg stark von der Höhe der Wahkampfmittel
abhängt, ist hinreichend bekannt, natürlich auch Barack Obama. Nach
seiner bitteren Niederlage gegen Bobby Rush um einen Sitz im
US-Repräsentantenhaus im Jahre 2000 ist ihm der enorme Einfluss von
Geld im Wahlkampf bewusst geworden. Er entschied sich danach
anzutreten, um 2004 einen Sitz im US-Senat zu erlangen, diesmal aber
mit einem dicken finanziellen Polster.

Seine Geldgeber verblüffte er zunächst mit der Aussage, er wolle
Senator werden – alle fingen an zu lachen; zuvor gingen sie nämlich davon aus,
dass er nur einen Job als Justiz- oder Finanzminister von Illionois
anstrebe. Anschließend sagte er ihnen unverhohlen, wieviel Geld er für seinen
Wahkampf braucht:

Er werde nicht hunderttausende, sondern Millionen Dollars brauchen um
einen Sieg einzufahren. Genauer gesagt habe er
mit 3 Millionen Dollar eine 40%ige,
mit 5 Millionen eine 50%ige,
mit 7 Millionen eine 80% Chance zu gewinnen und
mit 10 Millionen, verkündete Obama:

I guarantee you that I will win.

Obamas große Zuversicht, klare Vision und Wissen um alle Details überzeugte seinen langjährigen Freund Marty Nesbitt, dass es machbar ist und der arrangierte ein Treffen mit der wohlhabenden Familie Pritzker, um sie als Finanziers von Obamas Wahlkampf zu gewinnen.

Wie wir wissen, hat Obama die Wahl zum Senator gewonnen, was ihm den
Weg zur Präsidentschaftskandidatur ebnete.

Quelle: Obama – From Promise to Power von David Mendell, Seite 154